Mit Ostern begann unser letzter Monat auf Lanzarote bevor wir Anfang Mai wieder in die USA zurück fliegen werden. Der April war der letzte der drei Monate, die wir frei hatten, insofern wolltenwirihnüberwiegend auf Lanzarote genießen mit einem kleinen Ausflug von einer Woche mittendrin, dazu aber später mehr. Wir haben Ostern zu Hause verbracht, dazu Andrea’s Tante eingeladen, die ihrerseit über 35 Jahren auf Lanzarote lebt. Das Wetter im April war ungewöhnlich wechselhaft, wie wir es von Lanzarote selten kennen, ein Wechsel zwischen Regenschauer, kühler Wind, Bewölkung, bis zu Calima mit über 30° und sengender Sonne. Insofern hatten wir es zu Hause am besten und haben unser Nest mit Frühjahrsputz hergerichtet, Gartenarbeit gemacht, Fensterrahmen gestrichen, Treppengeländergestrichen, einfach unser Paradies genossen..
Dann sind wir Mitte April für eine Woche nach Marokko gereist, nicht weit weg von uns, zwischen Lanzarote und der marokkanischen Atlantikküste liegen nur circa 150 km, es gibt von Lanzarote einenDirektflug nach Marrakech, 1 Stunde Flugzeit. Offizieller Anlass war der World Congress of Anesthesiologists WCA, der dieses Jahr Mitte April in Marrakesh stattfand. Insofern hatten auch noch andereKollegen und Kolleginnen von mir aus Milwaukee geplant, an diesem Kongress teilzunehmen, und dementsprechend waren wir darauf vorbereitet, sehr nette Kolleg(inn)en aus Milwaukee in Marrakesh zutreffen.

Andrea und ich haben aber einen richtigen Ausflug daraus machen wollen und ein bisschen Abenteuer erleben wollen. Insofern sind wir ein paar Tage früher nach Marokko geflogen und haben die erste Nacht in einem sehr schönen Riad in Marrakech verbracht, wobei wir uns vorkamen, wie in 1001 Nacht
Am nächsten Morgen sind wir sehr früh in einem Kleinbus und einer Gruppenreise losgefahren, zunächst zum Atlasgebirge, dass sich ja bogenförmig über Nordafrika erstreckt und mit sehr hohen (über 4000 m) und schneebedeckten Bergen ganz in der Nähe von Marrakech (von den Dachterrassen in Marrakesh in Sichtweite) erstreckt. Zunächst war es am frühen Morgen noch kühl und bewölkt und wir sind im Atlasgebirge regelrecht in die Wolkendecke hinein gefahren worden. Später, Richtung Osten, haben wir die Wetterscheide überfahren, und wir waren schlagartig in sommerlichen Temperaturen.
Am Nachmittag sind wir zu einer Kasbah gefahren, die im ursprünglichen mittelalterlichen Stil erhalten ist und deshalb sehr gerne als Filmkulisse bei Hollywoodfilmen dient (Lawrence von Arabien, Tribute von Panem, und viele, viele mehr). Sie ist Weltkulturerbe der UNESCO und unser Stadtführer ist einheimischer und darf sehr oft bei den Hollywoodproduktionen als Komparse mitwirken.
Nachmittags sind wir weitergefahren Richtung Wüste, aber vorher waren wir zunächst im Todra-Tal, das von dem kleinen Fluss Todra, der aus dem hohen Atlasgebirge abfließt, spektakulär und schroff undsteil gemeißelt worden ist.
Auf dem Weg zur Wüste waren wir anschließend in Tinghir, einer sehr authentischen Berber-Stadt, wo wir traditionelle Berber-Teppichhandwerker besucht haben. Die Auswahl war sehr groß, sehr bunt, sehr traditionell, und weil wir schon seit letztem Jahr vorhatten, uns für Lanzarote einen Berberteppich mitzunehmen, haben wir uns am Ende für einen traditionellen farbenfrohen originalen Berberteppich aus reiner Dromedarwolle entschieden. Der Händler hat ihn uns so klein und eng zusammengerollt, dass wir ihn bis nach Lanzarote als Handgepäck mitnehmen konnten.
Dann sind wir zum Abend hin weiter Richtung Sahara gefahren, bis circa 20 km vor der algerischen Grenze, und dort war ein Zeltdorf von Berbern, in dem  wir übernachten sollten, am Rande der Sahara. Noch vorher sind wir aus unserem Kleinbus rausgeflogen, um anschließend auf Dromedaren fast eine Dreiviertelstunde durch die Wüste bis zu unserem Camp zu reiten. Wir waren dabei mit unserem Kamelführer alleine unterwegs und konnten den Sonnenuntergang schon erahnen.
Unser Wüstencamp war sehr toll gelegen in mitten der Wüste, und schon bald haben wir auf einer Düne gesessen und den Sonnenuntergang bestaunt.
Und für Frühaufsteher hatten sie auch einen spektakulären Sonnenaufgang eingerichtet. Nach dem Frühstück sind wir von einem Pick-up zur Landstraße zurückgefahren worden und dort abgesetzt worden.Sehr konspirativ, von unserem kleinen Bus nichts zu sehen. Immerhin warteten noch andere Menschen, und es gab eine Espressomaschine in einem kleinen marokkanischen Lieferwagen. Und kurz Zeit später kam auch der Rest von unserer Reisegruppe, von der wir die Nacht zuvor getrennt wurden, zu eben diesem Parkplatz ( man beachte bitte die außergewöhnliche Architektur der Landstraße,   Straßenbau marokkanisch) und nach Gruppenfoto haben wir uns wieder von unserem Kleinbus abholen lassen und haben die Rückfahrt von nahe der algerischen Grenze bis nach Marrakesh, immerhin 550 km, an einem Tag ertragen, der Sitzkomfort einer Tortur, für Andrea endete es mit Nackensteifigkeit und starkenKopfschmerzen, für mich anschließend mit starken Rückenschmerzen, die ich beim Osteopathen inMarrakesh habe behandeln lassen, die aber insgesamt ein paar Tage angehalten haben
Dann waren wir zurück in Marrakesh, natürlich auch für den Kongress, und sind dort in ein anderes traumhaftes Riad bezogen indem wir uns mit Freunden aus Amsterdam (Holger arbeitet auch bei unsinMilwaukee) verabredet hatten. Marrakech ist Mittelalter und Moderne zugleich. Hühner, die auf der Straße rumlaufen, enge und suspekte Gassen  in der Altstadt, ein muslimisches Straßenbild und ein moderner Tourismus auf freundlichen Service bedacht. 
Wir haben in Marrakech viele Kolleginnen und Kollegen und Freunde aus Milwaukee getroffen, waren viel miteinander unterwegs, haben gemeinsame Abendessen in Hinterhofgärten genossen
Für einen der Nachmittage hatte ich für uns einen Kochkurs gebucht, bei einem marokkanischen Koch, Hassan, der früher in renommierten Hotels als  Chef gekocht hat und sich jetzt mit seinerKochschule selbstständig gemacht hat. Er ist ein toller Koch, ein sehr guter Lehrer und angenehmer und freundlicher Mensch. Der Kurs in den ganzen Nachmittag und wir sind zunächst auf den Marktgegangen, um die wichtigsten Dinge einzukaufen: Gemüse und Gewürze, ein bisschen Fleisch. Danach sind wir in seine Wohnung und haben in unserer Gruppe mit 10 Teilnehmern unter seiner Anleitung allesvorbereitet, geschnipselt, arrangiert und gekocht. Wir haben vier verschiedene traditionelle marokkanische Tanjinen gemacht, eine vegetarische, eine mit Fleischbällchen, eine mit Hühnerbeinchen undeine mit Rindfleisch. Zum Abschluss haben wir alle gemeinsam unsere Kochkunst aufgefuttert.
Nach unserer Rückkehr aus Marokko hatten wir noch zwei Wochen auf Lanzarote, die intensiv mit Besuch bei Freunden, gemeinsamen Abendessen, gemeinsame Ausflüge, Sport, inklusive Golf, geprägt waren. Wir wussten ja, dass wir nach unserer Abreise erst in sieben Monaten wieder hier herkommen werden und haben insofern auch unser Haus optimal für den Sommerschlaf vorbereitet. Es ist uns, eigentlich wie immer, besonders schwer gefallen, loszulassen, wir waren sehr traurig, dass wir nach drei tollen Monat unser kleines Paradies verlassen müssen und auch erst in sieben Monaten wieder hierher zurückkommen. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Hawaii, denn nach drei freien Monat wollen wir jetzt erst mal zwei Wochen Urlaub auf Hawaii machen, bevor ich Mitte Mai wieder anfange zu arbeiten.

Ihr könnt euch daher jetzt schon auf das nächste Update freuen, kommt Anfang Juni, und berichtet direkt von zwei Wochen Hawaii. Bleibt dran und bleibt gespannt.